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VEIN feat. Dave Liebman
„Jazz Talks“

„I love playing with the VEIN trio. They can go in
many directions as you can hear on this CD, always
executed in a personal and singular manner.“
Dave Liebman
Seit es VEIN gibt, hat sich das Trio immer wieder auch zu horizont-erweiternden und wegweisenden Projekten  mit Gastmusikern zusam- mengetan.  Jetzt, aktuell, einmal mehr zum ebenso aufregenden wie eigenwilligen Quartett mit Dave Liebman, dem  grossartigen Saxofonisten, mit dem VEIN schon seit 2009 gemeinsam Konzerte bestreitet.  Hier also treffen sich vier Musiker, die sich bestens kennen und genau wissen, dass sie musikalisch hervorragend  zusammenpassen.  Denn so, wie das Trio selber mit seiner Herkunft, mit dem stupenden musikalischen Miteinander und mit  seinem Verständnis der grösstmöglichen Gleichwertigkeit der Stimmen zu einem fast schon symbiotischen  Zusammenspiel gefunden hat, so findet es mit Dave Liebman stets auf ungemein inspirierende Weise eine  musikalische Ergänzung:  Liebman, mit seinem eigenständigen, modernen, immer aber die Tradition respektierenden Spiel einer der  wichtigsten Saxofonisten des heutigen Jazz, bewegt sich höchst souverän durch die groovebetonten, die  lyrischen, die rhythmisch wie harmonisch komplexen und offenen Stücke und Passagen des Quartett-Repertoires,  das überwiegend aus Eigenkompositionen besteht.  Und nicht zuletzt verkörpert Dave Liebman für seine jüngeren Mitmusiker auch ein Stück Jazz-Geschichte.  Er ist seit den 60er-Jahren immer wieder mit den Grössten des Jazz aufgetreten und bringt genau das ins  Spiel, was für VEIN ein beinahe elementares Anliegen ist: den Spirit dieser Musik.  Eine Zusammenarbeit also, die auf grösstem gegenseitigem Respekt basiert. Auch darum funktioniert das  Miteinander so gut in diesem Quartett.  Als die Zwillingsbrüder Florian und Michael Arbenz in den 90er Jahren das “New Jazz Trio” gründeten, dachten sie nicht, dass sie  eines Tages mit einem Meister vom Format des Saxofonisten Dave Liebman zusammenarbeiten würden. Später formten sie als  bereits versierte Musiker – Florian am Schlagzeug und Michael am Kavier – ihre Working Band in Basel mit dem Bassisten  Thomas Lähns, mit der sie im Jahr 2006 ihr interaktives Triospiel auf ihrer ersten CD “VEIN – VEIN” dokumentierten. Schon  damals gab sich die Band nicht mit gängigen Konventionen zufrieden. Michael erläutert: “Im Jazz wollten wir alle drei auf  traditionelle Art lernen, was bedeutet, mit den herausragenden Musikern der älteren Generation zu spielen. Wir begriffen, dass  es im Jazz um Feeling und schwer Erklärbares geht, und dass man dies am Besten lernen kann, indem man mit den Grossen  auf der Bühne steht. Leider war das als Sidemen nicht möglich und so entschlossen wir uns, solche Musiker nach Europa  einzuladen, um mit uns zu spielen.”  Dies führte zu erfolgreichen Kollaborationen mit dem Amerikanischen Altsaxofonisten Greg Osby und dem in Frankreich lebenden  amerikanischen Posaunisten Glenn Ferris. 2009 nahm VEIN dann mit Liebman Kontakt auf, dem Saxofon-Virtuosen, der  selbst seine Lehrjahre in den 70ern bei Legenden wie Miles Davis oder Elvin Jones absolvierte und unzählige Alben einspielte. Zur  Zeit ist er mit Joe Lovano und Ravi Coltrane Co-Leader von “Saxophone Summit”. “Um 2009 spürten wir, dass wir neuen Input  brauchten, und Dave Liebman war unsere erste Wahl”, erinnert sich Michael. “Er ist eine perfekte Verbindung zur Tradition und  auch eine grosse Inspiration wenn es darum geht, Neuland zu betreten, und neue Dinge auszuprobieren. Und natürlich ist er in  jeder Weise ein unglaublicher Spieler und Musiker. Glücklicherweise ist er sehr offen gegenüber jüngeren Musikern, und ist auch  oft in Europa”, erklärt Michael. “So spielten wir zuerst eine kleine Tournee und es funktionierte so gut, dass wir uns entschieden,  weiterzumachen. Ich erinnere mich an unseren ersten Auftritt. Wir pushten uns gegenseitig derart, dass wir nach dem ersten  Stück alle völlig erschöpft waren.”  Das hochkarätige Zusammenspiel von VEIN und Dave Liebman wurde bereits 2012 auf dem Live-Album “Lemuria” dokumentiert.  Dieses wird nun von den vier Seelenverwandten mit der grossartigen Studio-Aufnahme “Jazz Talks”, insgesamt dem neunten  Album von VEIN, noch übertroffen. Michael erklärt den Titel: “Wenn Du Lieb kennst, weisst Du, dass er den ganzen Tag über  Musik redet und Geschichten über Musiker erzählt. Dieses Album erfasst die Atmosphäre der gemeinsamen Tourneen mit ihm  sehr gut.”  Der Albumtitel ist auch eine Anspielung auf die dialogorientierte Musik auf der CD. Während diese auf der einen Seite fest im  Swing verwurzelt ist, ist sie auf der anderen Seite auch sehr experimentierfreudig. Michael erklärt: “ Wir hatten eine bestimmte  Stimmung im Kopf: Eine Balance zwischen intellektuell befriedigender Musik und Virtuosität, Poesie, Feeling und Energie zu  erreichen.”  In nur einem Nachmittag in Basel mit dem Altstar aufgenommen, schafft Jazz Talks den seltenen Spagat zwischen Inside und  Outside, zwischen Struktur und Improvisation. Während einige Stücke der Jazztradition verpflichtet bleiben (“All the Things You  Are”, “Autumn Leaves”, “April in Paris” und “You and the Night and the Music”), betreten die Arbenz-Kompositionen, wie die  poetischen “Clear Light” und “Black Tortoise”, oder mitreissende Nummern wie “Waking with a Start” und “Stories of a Century”  musikalisches Neuland. Drei freie Improvisationen - die übers Album verteilten “Small Talk” - Stücke, verbinden Liebman in  expressiven Duos mit allen VEIN-Mitgliedern. “Dies ist ein Meeting von vier Musikern, die sich bestens kennen und genau  wissen, dass sie musikalisch perfekt zusammenpassen”, sagt Michael über “Jazz Talks”.  Die Leidenschaft für eine gemeinsame Erforschung des Unbekannten ist auf “Jazz Talks” von der ersten Note an zu erkennen.  Sie beginnt mit einer bohrend suchenden Version von “All the Things you Are”, vielleicht den am meisten aufgenommenen  Standard der Jazzgeschichte. Während Liebman die bekannte Melodie auf dem Sopransax antönt und ihm Michael auf dem  Klavier kontrapunktisch folgt, begleitet Florian in weiten Bögen mit den Besen. In diesem einen Stück über dreieihalb Minuten,  lotet das geschmeidige und höchst interaktive Quartett bereits die ganze Bandbreite von Jazz Talks aus.  Liebmans einzige Komposition hier, “Negative Space” (Titelstück seines Verve Albums von 2008) fängt mit einigen stark dissonanten  Arpeggios und pianistischen Girlanden von Arbenz an, bis das Sopransax schliesslich eine einsam anmutende Melodie  zu spielen. Die Rhythm Section begleitet interagierend durch das Geschehen dieses bemerkenswerten Stücks, das sich nach  und nach zu leidenschaftlichen Saxofonläufen aufbaut. Michaels kantiges, ungerades “Stories of a Century” wird vom knackigen  Backbeat seines Bruders angeheizt und zeigt Liebmans typisch freies Spiel auf dem Sopransax.  Michaels “Black Tortoise” ist das dynamische Gegenteil des kraftvoll funkigen “Stories of a Century”. Es ist ein ruhiges, dunkles,  schönes Stück, von Florians leichtem Touch auf den Becken und der Snare untermalt, und zeigt Liebman’s vollen Ton und ein von  der Tradition beeinflusstes Tenorspiel, das an frühere Meister wie Ben Webster oder Coleman Hawkins erinnert. Die Improvisation  des Trios im Mittelteil dieser Arbenz-Komposition ist ein weiteres starkes Beispiel ihrer interaktiven Einheit. Florian’s monkige  Melodie von “Jammin’ in the Childrens Corner” spielt die ganze Band in präzisem Unisono bevor Liebman, in einem dynamischen  Duo mit Drummer Arbenz, zu einem weiteren freien Soloflug auf dem Sopran ansetzt.  Dann folgt die radikale Neuinterpretation eines anderen Jazz Standards mit Liebman am Sopran: “Autumn Leaves”. Nachdem es  zu Beginn die Harmonien im Rubato auslotet, legt das Quartett nach zwei Minuten mit einem gnadenlosen Swing los.  Arbenz’s meditatives “Clear Light” fängt mit Lähns gestrichenem Bass-Ostinato an während Michael auf den Saiten im Flügel  zupft. Liebman spielt auf einer Holzflöte und das Stück entfaltet sich behutsam mit einem schönen Dialog zwischen Lähns’  gestrichenen Flageoletts und Liebmans träumerischem Sopransax. Das rasante “Waking with a Start” rüttelt einen wieder auf!  Florian und Lähns legen einen swingenden Puls, während Michael und Liebman durch das virtuose Thema steuern.  Liebman trug die Bearbeitung des von Vernon Duke komponiertem und von Count Basie berühmt gewordenen Standards “April in  Paris” bei. Die letzte Nummer, ein lebhaft swingender Take des Standards “You and the Night and the Music” ist das beste  Beispiel dafür, wie VEIN in einem eher straighten Jazz-Kontext klingt.  Michael sagt über Jazz Talks: “Diese Aufnahme mit Lieb war viel weniger vorhersehbar wie unsere letzte CD. Wir konnten nicht  gross proben, obwohl wir mit ihm vorher einige der Stücke an Konzerten gespielt hatten. Wir wollten, dass er sich frei fühlt und  sich artikulieren kann. Deshalb liessen wir viel Platz für Interaktionen. Die Kommunikation zwischen den Instrumenten ist hier  wirklich essentiell“. Michael schliesst seine Gedanken über VEIN’s angesehenen Mitstreiter mit diesem Bekenntnis ab: “Er ist  die Verkörperung eines Stücks Jazzgeschichte. Seit den 60er Jahren hat er mit allen Jazzgrössen gespielt und das ist genau  was er mit einbringt und was ein grundlegender Aspekt von VEIN wurde: der Spirit dieser Musik“.  Man kann diesen authentischen Spirit in jedem Stück auf Jazz Talks spüren. Bill Milkowski    

 

VEIN feat. Dave Liebman
„Jazz Talks“

UNIT Records UTR 4556
Vertrieb-D: JaKla/harmonia mundi

Michael Arbenz (p)
Thomas Lähns (b)
Florian Arbenz (dr)
Dave Liebman (ss, ts, wooden ecorder)

Veröffentlichung:
27. März 2015

[Info als PDF] -1 MB

Cover in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität
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