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Tam de Villiers 4tet
“Panacea”

Fast ein ganzes Jahrzehnt ist das Quartett des in Großbritannien geborenen und jetzt in Frankreich lebenden Gitarristen Tam de Villiers bestrebt, musikalische Authentizität, kompositorische Originalität und ehrliche Bandkommunikation zu präsentieren. Er vermeidet Nachahmungen von vergangenen oder Kopien von aktuellen Stilen, er umgeht geschickt die vergänglichen musikalischen Strömungen des Moments. Das Ziel ist es, eine eigene persönliche Bestandsaufnahme der menschlichen Erfahrung auszuloten, wie Genres und künstlerische Perioden definiert werden. Die Musik von Tam de Villiers ist ganz entschieden eigenwillig. Sie überrascht und erstaunt den Hörer mit einem Schmelztiegel aus verschiedenen Einflüssen, die nahtlos zu einer eigenen Stimme kombiniert sind. Was wie ein Jazzstück beginnt, führt zu einer kontrapunktisch barocken Fantasie, dann abdrehend zu grobem Progressive Rock mit Anteilen vergangener Rockabilly-Tönen, bevor das Ganze eintaucht in ein tranceartiges minimalistisches Motiv. Dem offensichtlichen Eklektizismus zum Trotz, liegt dem Ganzen eine vorsichtig archetypische Balance zugrunde, das den komponierten wie improvisierten Tönen einen klassischen Zusammenhalt gibt. Zu seinem musikalischem „Forscherteam“ gehören einige der besten Musiker der heutigen jungen französischen Jazzszene: Drummer Karl Jannuska, Tenorist David Prez und Bassist Frederic Chiffoleau, die zusammen mit de Villiers auf dem neuen Album Panacea den Weg der beiden Vorgänger „Alba Lux“ (2008) und „Motion Unfolding“ (2011) fortsetzen. Auf dem Letzteren, im Magazin „Jazz thing“ als „poetische Hirnakrobatik. Verblüffend!“ beschriebene Album, wurde das Singer/Songwritertum zusammen mit dem Sänger David Linx erforscht. Auf Panacea geht Tam de Villiers mit seiner poetischen Songschreibweise noch ein Stück weiter. Hierzu hat er den ungarischen Sänger Gabor Winand eingeladen, dessen virtuose Bariton-Stimme und bemerkenswerte Herangehensweise zur Scat-Improvisation vier Stücken auf diesem Album eine besondere Lyrik verleihen. Das Ziel von Panacea war, die lange Verbundenheit des Quartetts auszunutzen und diese als Vehikel für neues explosives Material zu verwenden – herausforderndes Material, das Tam de Villiers im Laufe der letzten beiden Jahre geschrieben hat. Das Repertoire erforscht verschiedene Methoden in Sachen Form und Interpretation, die nicht häufig im Jazzquartett-Kontext benutzt werden. Viele Stücke sind durchkomponiert und untersuchen auf verschiedene Arten Motive und Melodien und benutzen diese als rhythmische und harmonische Basis zur Improvisation. Um neues melodisches Material zu entdecken werden die Techniken der Zwölfton- Komposion der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts genutzt, besonders in der Suite „Totem Tona – Tona Totem“ und dem Stück „Wolf“, in denen Trichorde angewandt und umgedreht wurden, um die Themen und Harmonien zu formen. Dieser Fokus auf Komposition und Struktur, einhergehend mit den Sounds der elektrischen Gitarre und vielen anderen Klangeffekten der anderen Instrumente und dem flüssigen, organischen Zusammenspiel der miteinander eingespielten Musiker, kreiert eine einzigartige Kombination von modernen Musikstilen und Sounds mit raffinierter musikalischer und harmonischer Komplexität, die das Quartett charakterisiert. Ein weiterer Schwerpunkt, manchmal auch künstlerisches Gegengewicht, von Panacea ist die Flexibilität von Gabor Winands Gesangstechnik, die für den Hörer den stilistischen Mix zusammenhält, miteinander verbindet. Tam de Villiers wollte seine Erkundung des poetischen Songwritings, die er auf dem Vorgänger-Album „Motion Unfolding“ begann, fortsetzen. Er benutzt die Konsonanten und Silben der Texte als rhythmischen Rahmen für Artikulation und Klang der Themen. Die Texte behandeln symbolische Muster aus der europäischen Esoterik, der Alchemie und Texten des Psychologen Carl Gustav Jung (1875-1961). Tatsächlich erkundet das literarische Konzept ebenso die musikalischen Fundamente der Songformen, indem es numerologische Gebilde als Basis für Tempo, Form und Metren verwendet, besonders zu hören in „Panacea“ und „As Above“. In anderen Tracks, „Morse Code Fantasie“ und Winands eigener Komposition „Freedom“, wird die Stimme als eigenständiges Instrument benutzt, indem er Scat-Silben zur Artikulation benutzt. Das endgültige Resultat ist eine Sammlung aus variationsreichen instrumentalen und vokalen Stücken, dargeboten von einer exzellenten Band in überschwänglicher Interaktion mit unglaublicher Musikalität.  

 

Tam de Villiers 4tet
“Panacea”

Whirlwind Recording WR4669
Vertrieb D/A/CH: Indigo

Tam de Villiers (g)
David Prez (ts)
Frederic Chiffoleau (el. & ac. b)
Karl Jannuska (dr)
Gabor Winand (voice)

 

Veröffentlichung:
20. März 2015

[Info als PDF] - 1 MB


Cover in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität

 

 

 
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