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Joe Haider Quartet
“She Was Looking
At The Moon”

Kreislauf der Weisheit
Ein Leben Das Leben ist ein Kontinuum, ein ständiges Werden und Vergehen. Das Leben wäre trostlos und unmenschlich ohne Kreislauf der Weisheit. Kunst kann Ausdruck von Weisheit sein. Im Jazz wirkt Weisheit dann am stärksten, wenn sie sich mit Neugierde und Enthusiasmus paart – so wie auf dieser CD von Joe Haider. Der 78-jährige Wahlschweizer hat einen grossen Teil seines Lebens dem Jazz gewidmet (als Hauspianist im Münchner Jazzclub Domicile, als Bigband-Leader, als Leiter der Swiss Jazz School in Bern usw.). Um ein Haar wäre Haider dazu verdammt worden, sich auf seinen Lorbeeren ausruhen zu müssen: Auf einen Schlaganfall im Juni 2012 folgte eine Phase der Rekonvaleszenz mit ungewissem Ausgang. Inzwischen wissen wir: Haider ist wieder da. Und zwar nicht als Schatten seiner selbst, sondern als fulminanter Altmeister. Die Freude über diese glückliche Wendung des Schicksals ist ihm nicht nur dann anzumerken, wenn er am Klavier sitzt, sondern auch in der persönlichen Begegnung. «Ich bin immer noch begeisterungsfähig. Ich bin dankbar, dass es mir noch vergönnt ist, mit so tollen jüngeren Musikern zu spielen », sagt Haider. Ein Quartett Tatsächlich ist Haiders Quartett ein Jungbrunnen. Haider übernimmt im Kräfteparallelogramm der Viererbande die Rolle derantiautoritären Autorität – er selbst sagt es folgendermassen: «Die Idee der Musik besteht darin, Bestehendes zu verändern und Neues zu erschaffen, wobei die Jüngeren wunderbare In & Out-Improvisatoren sind und ich den Anspruch durchsetze, zeitgenössisch zu sein und dabei weder die Tradition verrate noch mich allzu sehr auf erprobte Wege beschränke.» Einmal mehr führt die Kombination von widerborstiger Altersweisheit und weiser Widerborstigkeit mittelalterlicher Jungspunde zu Modern Jazz, der zugleich reif und frisch ist. Ein grossartiger Musiker ist nicht a priori ein grossartiger Bandleader. Als Bandleader muss man aus der Qual der Wahl (aus einem Riesenreservoir an Jazz-Zauberlehrlingen) eine Wahl ohne Qual (also eine kohärente Band) zu machen verstehen – dieses Kunststück ist Haider exemplarisch gelungen. Für sein aktuelles Quartett hat Haider Musiker engagiert, die sich mit Hingabe und Einfallsreichtum für die Weiterentwicklung einer authentischen Jazz-Ästhetik engagieren: Alle schöpfen souverän aus der Geschichte und schreiten darum nicht kopflos in die Zukunft. Der Saxofonist Domenic Landolf, der Bassist Raffaele Bossard und der Schlagzeuger Dominic Egli sind ebenbürtige Weggefährten der grauen Eminenz Joe Haider, der aus seinen grauen Zellen nach wie vor sehr viel farbenprächtige Musik herausholt – als Improvisator und Komponist (das Titelstück «She was looking at the moon» plus «Why Not», «Pinguin» sowie «All the Things We Are» sind alle neueren Datums).
Joe Haider Geboren 1936 in Darmstadt; Pianist, Komponist und Arrangeur. Joe Haider begann bereits mit fünf Jahren das Klavierspiel zu lernen. Im Laufe der Jahre entdeckte er sein Interesse für den Jazz und spielte zwischen 1954 und 1959 als Amateurmusiker in der Region Stuttgart. Von 1960 bis 1965 absolvierte Haider ein Musikstudium am Richard Strauß Konservatorium in München. Die erste große Chance als Berufsmusiker erhielt er 1965. Damals wurde er als Pianist und Leiter des Haustrios im Münchner Jazzclub „Domicile“ engagiert und arbeitete dort während den nachfolgenden drei Jahren. Dort hatte er die Gelegenheit mit vielen europäischen und amerikanischen Jazzmusikern zu spielen, die anlässlich von Tourneen oder Dauerengagements im „Domicile“ auftraten. In dieser Zeit begleitete Haider Trompeter wie Benny Bailey, Dusko Goykovich, Carmell Jones, Joe Newman oder Idrees Suliman, die Saxophonisten Nathan Davis, Booker Ervin, Klaus Doldinger, Clifford Jordan, Don Menza, Pony Poindexter oder Leo Wright, spielte mit den Bassisten Isla Eckinger, Jimmy Woode, George Mraz und Peter Trunk, den Schlagzeugern Philly Joe Jones, Joe Nay, Klaus Weiss oder Pierre Favre, mit dem Gitarristen Attila Zoller oder Vokalist Mark Murphy und vielen anderen. Während zwei Jahren (1968-70) leitete Haider das Radio Jazz Ensemble des Bayrischen Rundfunks (7 – 10 Musiker), für das er ebenfalls komponierte, arrangierte – eine Arbeit, die Haider viel Prestige eingebracht hat. So bekam er unter anderem einen Kompositionsauftrag, für die „Dürener Musik Tage“, eine Eigenkomposition aufzuführen, die dort mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde. Dabei handelte es sich um das Werk „Fate of a Child“, geschrieben in Erinnerung an seine jung verstorbene Tochter. Die Periode von 1970 bis 1989 war durch verschiedene Neuerungen in der Karriere Joe Haiders gekennzeichnet: Mit dem Schweizer Jazzquartett „Four for Jazz“ (Heinz Bigler, Altsaxophon, Isla Eckinger, Bass und Peter Giger, Schlagzeug) ging’s sowohl auf Tournee als auch ins Aufnahmestudio. Als nächstes gründete der Pianist zusammen mit Eckinger und Drummer Pierre Favre sein eigenes Trio, tourte und nahm Platten unter eigenem Namen auf. Dann bildete er zusammen mit dem USPosaunisten Slide Hampton eine Big Band, das „Slide Hampton/Joe Haider Orchestra“, bei welchem u.a. die Trompeter Benny Bailey und Idries Sulieman, der Tenorsaxophonist Dexter Gordon sowie der Posaunist Bob Burgess mitwirkten. Die Band absolvierte eine wichtige Europa-Tournee und spielte eine LP für das Label MPS ein. Daneben spielte Haider mit dem Leszek Zadlo Quartett in Polen, dem Sal Nistico Quartett, mit Benny Baileys Quintett mit Nistico, Eckinger und Drummer Billy Brooks sowie mit dem Dusko Goykovich/Joe Haider Quintett, bei welchem Roman Schwaller Tenorsaxophon spielte. Im Jahre 1984 übernahm Haider nebst seiner Lehrertätigkeit den Posten des Direktors der „Swiss Jazz School“ in Bern. Bei dieser ältesten privaten und voll akkreditierten Jazzschule Europas blieb er bis 1995, wobei ihm 1994 für seine Verdienste auf dem Gebiet der Musik von der Regierung des Kantons Bern der „Große Kulturpreis“ verliehen wurde. Auch blieb Zeit für ein weiteres Groß orchestrales Abenteuer, das Joe Haider Orchestra featuring Mel Lewis. Auch von dieser Band existiert eine Plattenaufnahme, die als beste Big Band-Aufnahme des Jahres 1988 den „Deutschen Schallplattenpreis“ erhielt.

 


Joe Haider Quartet
“She Was Looking
At The Moon”

JHM Records Switzerland JHM 3634
Vertrieb D/A: www.jpc.de
Vertrieb CH: info@jhmrecords.ch

Joe Haider (p)
Domenic Landolf (sax)
Raffaele Bossard (b)
Dominic Egli (dr)

 

Veröffentlichung:
29. August 2014

[Info als PDF] - 2,5 MB

Cover in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität

 

 

 
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