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Malte Schillers
Red Balloon +
“Not So Happy”

„Not So Happy“ heißt die zweite CD von Malte Schillers Red Balloon, und die Frage darf durchaus erlaubt sein: Wie bitte? Gründe fürs Trübsalblasen gibt es für den Komponisten, Arrangeur und Dirigenten Malte Schiller und seine Großformation nämlich überhaupt keine. Nach der Veröffentlichung des Debüts „The Second Time Is Different“ vor zwei Jahren hob Red Balloon ordentlich ab: Die FAZ lobte die Einspielung geradezu hymnisch mit den Worten „berückend, berauschend und immer perfekt gespielt verzaubert hier Klangmagie die verschiedensten Formen“. Es gab bejubelte Festivalauftritte bei JazzBaltica und Fernsehmitschnitte; bei der Jazzwoche Burghausen erhielt Red Balloon den mit 15 000 Euro dotierten Nachwuchspreis. „Not So Happy“ ist denn auch nicht als die Zustandsbeschreibung eines der verheißungsvollsten Jazz-Ensembles Europas zu verstehen, sondern eher als eine poetische Annäherung an den neuen Sound der Band. Dunkler ist der Gruppenklang geworden aufgrund der Hinzunahme von tieftönenden Instrumenten wie Kontrabassklarinette oder Tuba, aber auch profunder durch die Integration eines Streichquartetts, Fagotts und Waldhorns. Auslöser für die Erweiterung der Gruppe um klassisches Instrumentarium war die Einladung von Band-Mastermind Malte Schiller zum Arrangement-Workshop des niederländischen Metropole Orchestra im Jahr 2012. Kennzeichen der weltweit bekannten, mit Oscar und Grammy gekrönten Formation ist seit über 60 Jahren die Verwebung von Jazz, Pop und Klassik. „Das Metropole Orchestra hat mich auf die Idee gebracht, etwas mit Streichern zu machen“, erklärt Schiller, der im Anschluss an den Workshop mit Tonsetzer-Legende Vince Mendoza und Sangesmeister Kurt Elling gleich auch diverse Arrangieraufträge für die Niederländer erhielt. Vor diesem Hintergrund liegt es auf der Hand, dass sich Schillers Kompositionsstil auf „Not So Happy“ im Vergleich zum Vorgänger deutlich geändert hat. Dominierte auf „The Second Time Is Different“ noch eine Vielzahl verschiedener Stile, so wirkt die neue Einspielung geschlossener, reifer und runder. „Beim Schreiben habe ich in längeren Bögen gedacht“, sagt Schiller, „es ist alles auskomponierter.“ Was aber nicht bedeuten soll, dass sich das auf 18 Mitglieder angewachsene Grenzgänger-Kollektiv keine Freiheiten nehmen darf. Im Gegenteil. Immer wieder überrascht, wie die Solisten auf eigene Faust die nachtschattigen Gärten von Schillers Kompositionen erkunden, die geschickt zwischen Jazz und Klassik vermitteln. Da lässt Baritonsaxofonist Viktor Wolf in der Nummer „Do the Viktor“ den Geist von Gerry Mulligan machtvoll wiederauferstehen, da durchzuckt das Oberton-Froschröhren von Saxofonist Uli Kempendorff die wohlgesetzte Stille in „Night Quiet“, da sorgt die von Schlagzeuger Reinhold Schmölzer eingesetzte „Chaos Box“ in „The Pond“ für Klang-Irritationen im Grenzbereich zur avantgardistischen elektronischen Musik. Schiller ist in der glücklichen Lage, eine verschworene und mit Preisen dekorierte Musikerschar um sich herum zu wissen, die ihm willig und inspiriert folgt. Neben Streichern aus dem Metropole Orchestra sitzen in Person der Saxofonistin Charlotte Greve und des Pianisten Manuel Schmiedel fünfzig Prozent des 2012 mit dem „Echo Jazz“ ausgezeichneten Lisbeth Quartetts hinter den Pulten bei Red Balloon; Trompeter Florian Menzel wiederum erhielt 2013 gemeinsam mit der Formation „The Major Minors“ den Deutschen Filmpreis für die Musik zum Überraschungserfolg „Oh Boy“. Red Balloon ist für Schiller auch nicht einfach nur ein mit Talent prall gefüllter Spielball für seine orchestralen Visionen, sondern deutlich mehr. „Ich sehe das inzwischen wie eine Familie“, sagt der 1982 in Niedersachsen geborenen Wahl-Berliner, „man merkt, dass alle etwas von sich geben und zur gleichen Zeit dasselbe denken und dasselbe fühlen.“ Not So Happy? Von wegen. Malte Schillers Red Balloon macht glücklich.

 


Malte Schillers
Red Balloon +
“Not So Happy”

Unit Records UTR 4526
Vertrieb: JaKla/Harmonia mundi

Malte Schiller (comp, arr, ts, fl, cl)
Charlotte Greve (ss, as, fl, cl)
Uli Kempendorff (ts, cl, bcl)
Viktor Wolf (bs, bcl, cbcl)
Stefan Rocke (bassoon)
Florian Menzel (tp, flh)
Johannes Böhmer (tp, flh)
Linus Bernoulli (frh)
Andrej Ugoliew (tb)
Johannes Oppel (btb)
Jan Schreiner (btb)
Manuel Schmiedel (p)
Reinhold Schmözer (dr)
Vera van der Bie (vio)
Andreas Waelti (b)
Peter Grond (vio)
Noortje Köhne (via)
Jur de Vries (cello)

 

Veröffentlichung:
15. August 2014

[Info als PDF] - 2 MB

Cover in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität

 

 

 
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